Mein erstes Retreat: Eine Reise zu mir selbst

10. Januar 2026 · von Lena M.

Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Lena, Teilnehmerin des Herbst-Retreats 2025.

Als ich mich für das Retreat bei Runa anmeldete, wusste ich nicht genau, was mich erwartet. Ich wusste nur, dass ich eine Pause brauchte. Nicht den üblichen Urlaub mit vollgepacktem Programm, sondern echte Stille. Raum zum Durchatmen. Einen Ort, an dem ich nichts sein musste außer ich selbst. Was dann kam, hat mich tiefer berührt, als ich es mir je hätte vorstellen können.

Ankommen und Loslassen

Schon die Anfahrt hatte etwas Meditatives. Je weiter ich mich von der Stadt entfernte, desto ruhiger wurde es -- nicht nur draußen, sondern auch in mir. Als ich ankam, stand Runa vor dem Haus und begrüßte uns mit einem warmen Lächeln. Kein Smalltalk, kein Programm, das uns sofort beschäftigen sollte. Stattdessen eine einfache Einladung: „Komm an. Lass alles, was du mitbringst, einfach hier."

Das Zimmer war schlicht und gemütlich. Holzmöbel, ein Bett, das nach Lavendel roch, ein Fenster mit Blick auf alte Bäume. Ich legte mein Handy in die Schublade und schloss sie. Zum ersten Mal seit Monaten hatte ich keine Benachrichtigungen, keine Termine, keinen Grund, auf einen Bildschirm zu schauen. Es fühlte sich seltsam an -- und gleichzeitig wie eine Befreiung.

Der Rhythmus der Tage

Wir starteten jeden Morgen um sieben mit einer sanften Yoga-Einheit. Keine akrobatischen Haltungen, keine Leistung -- stattdessen langsame, bewusste Bewegungen, begleitet von Runas ruhiger Stimme. Es war, als würde sie den Raum mit einer unsichtbaren Decke aus Geborgenheit auslegen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück hatten wir freie Zeit. Manche spazierten durch den Wald, andere lasen oder saßen einfach da und schauten in den Himmel. Am Nachmittag gab es eine tiefere Praxis: Yin Yoga, Pranayama oder geführte Meditationen. Jede Einheit hatte ein Thema -- Vertrauen, Mitgefühl, Loslassen. Runa sprach wenig, aber jedes Wort saß.

Abends sangen wir gemeinsam Mantras. Ich hatte noch nie Mantras gesungen und fühlte mich anfangs befangen. Doch als die Stimmen der Gruppe sich zu einem Klang verbanden, löste sich etwas in mir. Die Worte waren auf Sanskrit, aber mein Herz verstand sie trotzdem.

Die schamanische Zeremonie

Am Samstagabend lud Runa zu einer schamanischen Zeremonie ein. Kerzen, Räucherwerk, ein Kreis aus Kissen. Ich hatte keine Erwartungen und war gleichzeitig nervös. Runa erklärte, dass es in der Zeremonie darum ginge, mit den tieferen Schichten unserer Seele in Kontakt zu treten -- nicht durch den Verstand, sondern durch den Körper und die Intuition.

Was dann folgte, ist schwer in Worte zu fassen. Durch Trommelklänge, Gesang und geführte Innenschau fand ich mich an einem Ort in mir wieder, den ich lange vergessen hatte. Tränen flossen, ohne dass ich genau wusste, warum. Es war nicht traurig -- es war befreiend. Als hätte mein Körper auf diesen Moment gewartet, um etwas loszulassen, das ich schon viel zu lange mit mir herumgetragen hatte.

Runa hielt den Raum mit einer Präsenz, die mich tief beeindruckte. Sie war da, ohne zu drängen. Sie sah, ohne zu bewerten. In diesem geschützten Rahmen konnte ich mich fallen lassen -- vielleicht zum ersten Mal wirklich.

Was ich mitgenommen habe

Am Sonntagmorgen, als ich meine Tasche packte, fühlte ich mich wie ein anderer Mensch. Nicht weil ich eine große Erkenntnis gehabt hätte, nicht weil sich plötzlich alles verändert hatte. Sondern weil ich wieder gespürt hatte, wer ich unter all dem Funktionieren eigentlich bin. Unter den Rollen, den Pflichten, dem täglichen Lärm.

Was ich mitgenommen habe, passt in keinen Koffer. Es ist ein Gefühl von Stille, das ich jetzt immer wieder abrufen kann. Wenn der Alltag zu laut wird, schließe ich die Augen und bin wieder dort: in dem Kreis, bei den Kerzen, mit dem Klang der Mantras im Ohr und der tiefen Gewissheit, dass alles, was ich brauche, schon in mir ist.

„Manchmal musst du dich entfernen, um wieder bei dir anzukommen."

Wenn du überlegst, ob ein Retreat etwas für dich ist: Tu es. Nicht irgendwann. Nicht wenn alles passt. Jetzt. Dein zukünftiges Ich wird dir dankbar sein.

-- Lena M., Berlin

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